24. Claudia Starkloff, Oberhaching

Vita
1987 geboren in München
Bis 2009 Tätigkeit als Grafikerin
2009 – 2012 Ausbildung zur Holzbildhauerin am Bildungszentrum für Bau und Gestaltung der Stadt München
2012 – 2017 Studium der Bildhauerei bei Professor Stephan Huber an der Akademie der Bildenden Künste München
2015 Meisterin in Holzbildhauerei
2018 – 2019 Studium der Bildhauerei bei Professor Alexandra Bircken an der Akademie der Bildenden Künste München
2019 – 2020 Diplomarbeit Treibhaus I.
bei Professor Alexandra Bircken an der Akademie der Bildenden Künste München 2020
Website www.claudia-starkloff.com
Instagram @caudiastarkloff
@hortusleben
Arbeit 24a @hortus leben sät … Beete
Material Pflanzen, Saatgut, Fundstücke
Jahr 2021
Größe variabel, wachsende
Anderes Partizipatives Kunstprojekt, Real-digitale Hybride
Arbeit 24b @hortus leben sät … Collage
Material Stahlregal, Saatguttütchen, Collage, digitale Inhalte
Jahr 2021
Größe -variabel-
Anderes Partizipatives Kunstprojekt, Real-digitale Hybride

@ hortus leben sät

Ein Garten kann nicht konserviert werden. Wenn wir es genau betrachten, gilt das für jeden Aspekt unseres Lebens, gilt es für das Leben selber. Ewiger, stetiger, wunderbarer, grausamer, schöner Wandel. Nicht aufzuhalten.
Bemessen in unterschiedlich langen Zeitabständen wird, ist und vergeht ein Zustand. Eine Pflanze keimt, wächst, blüht und bildet Frucht und Samen, ein Beet wird geplant, gebaut, bebaut und aufgegeben oder aufgelöst – ein Haus, eine Firma, eine Familie, ein Mensch.
Im Zusammenspiel aus Harmonien und Dissonanzen, in der Wechselseitigkeit und Mehrstimmigkeit, in Intervallen und Kontrapunkten entsteht etwas, dass wir Wirklichkeit nennen wollen.

Mit Frucht und Samen endet es nicht. Die Pflanze zerfällt, wird zu nährendem Kompost, die Saat überdauert eine dunkle, kalte Zeit und kann, sobald die Umstände es zulassen und das Frühjahr mit Licht, Wärme und Feuchtigkeit kommt, keimen und neu Wurzeln.

@hortus_leben ist der persönliche Instagram-Account von Claudia Starkloff. Hier veröffentlichte sie, früher anonym, seit Mitte der Corona Pandemie öffentlich, Beiträge über grünes Leben, Garten und Selbstversorgung. Auch in ihrer künstlerischen Arbeit wurden diese Fragestellungen immer stärker und so schmolzen diese Themen dort ein. So entstanden schon 2019 und 2020, teils partizipative Kunstprojekte die den Garten und Pflanzen thematisierten.

Durch die digitale Plattform Instagram ist es möglich mit anderen Gärtnerinnen und Gärtner Saatgut zu tauschen. Gewonnen von eigenen Pflanzen, verpackt in selbstgestaltete Saatguttütchen entsteht die Möglichkeit zu echtem Austausch und Kennenlernen, auch in Zeiten die durch die Pandemie eingeschränkt sind und persönliche Kontakte erschweren. Jede:r Teilnehmer:in zeichnet ein Selbstporträt durch die Auswahl der eingereichten Sorten, die Wahl der Verpackung, die Art der Beschriftung und angegebenen Informationen.

So wird die gelebte Vielfalt sichtbar. Mitte Februar startete Claudia Starkloff @hortus_leben den ersten Aufruf an die Instagram Accounts die sich als Teil der Garten-Community sehen, etwas Saatgut der persönlichen Lieblingspflanze, verpackt in ein eigenes Tütchen, zu schicken.
Wie im Gartenjahr üblich, sät Claudia Starkloff @hortus_leben die zugeschickten Saaten oder zieht Pflanzen vor. Saat- und Pflanzzeitpunkte bestimmen sich durch tradierte Termine und den Anspruch der jeweiligen Sorten. So entsteht auf vier großen Beeten im Herz der Gärtnerei in Seeshaupt ein vielfältiger Garten als reale Abbildung der teilnehmenden Accounts.

Die Pflanzen keimen, wachsen, blühen und bilden wieder Frucht und Samen. Ein Garten kann nicht konserviert werden.