18. Jonas Maria Ried, Weitnau

Vita
1989 geboren in München
2009-2012 Ausbildung zum Holzbildhauer in Garmisch-Partenkirchen
2012-2018 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
2016 Akademiepreis
2020 Meisterschüler bei Rainer Ganahl und Mariella Mosler (im Weißenhof-Programm)
2020-2021 Stipendium Stiftung Kunstfonds
Ausstellungen
2021 KALTES KINO
Intervention im öffentlichen Raum, Weitnau
2020 VON DER FICHTE
Einzelausstellung, Kunstverein Cuxhaven
WE GREW SOME EYES
Ausstellung der Meisterschüler*innen, Villa Merkel, Esslingen
2019 DIE FEUCHTE DER FLUSSRÄNDER
Einzelausstellung in Kooperation mit dem Künstlerkollektiv MAVA
Bahnwärterhaus / Villa Merkel Esslingen
DONAUESCHINGER REGIONALE
Gruppenausstellung / Donaueschingen
2018 VON TISCH UND TAFEL
Gruppenausstellung / Residenzschloss Ludwigsburg
2017 SQUARE DANCE
Kunst im öffentlichen Raum / Tuttlingen
2016 LEIBHAFTIG
mit Shirley Cho und Sang Yong Lee / Haus 10 / Fürstenfeldbruck
IN BETWEEN
Gruppenausstellung / Marburger Kunstverein
2014 EXPERIMENT LANDSCHAFT / Skulpturenpfad / Herrenwies im Schwarzwald
Website www.jonasmariaried.com
Instagram @jonasmariaried
Arbeit 18a Schönheitsfleck V-VIII
Material Einlegearbeiten (Intarsien) aus Eichenstammholz
Jahr 2021
Größe -variabel-
Arbeit 18b Growth Cube
Material Video, FullHd, 16:9, 3 min
Jahr 2021
Größe -variabel-
Arbeit 18c Wassersturz und Waldrandfichte, 2019
Video, FullHD, 16:9

Arbeit 18 a – Schönheitsfleck V-VIII

Wie auch in den Videoarbeiten greifen die Einlegearbeiten in bestehende Strukturen ein. Die „Schönheitsflecken“ spielen mit dem schönen Schein und würdigen die ehemalige Gärtnerei als einen durchwachsenen und gewachsenen Ort.

Arbeit 18 b – Growth Cube

Sinnbild für einen erweiterten Skulpturenbegriff in den späten Sechzigern war unter anderem die Arbeit „Condensation Cube“ von Hans Haacke. Er thematisierte den Kreislauf des Wassers in einem geschlossenen Ökosystem.
Indem der Würfel mit wachstumsfördernder Technik ausgestattet und im Winter in den Außenraum verfrachtet wird, radikalisiert sich Haackes Konzept und kommentiert augenzwinkernd Ideen der klassischen Landart-Bewegung.

Arbeit 18 c – Wassersturz

In der Videoarbeit »Wassersturz« tritt Jonas Maria Ried als romantische Rückenfigur auf, die eine mächtige Felsklippe im Hintergrund betrachtet. Die Umgebung aus vermoosten ausgewaschenen Felsen, umgestürzten Bäumen, Eis- und Schneeresten macht den Eindruck einer rauen, wilden Natur.
Störend wirkt allein eine dünne weiße Linie in der Mitte des Bilds, die sich als Leine herausstellt, an der Ried zieht, um über einen nicht sichtbaren Mechanismus einen Wasserfall an der Felsklippe auszulösen – die erhabene Wirkung der Natur stellt sich als eine direkte Einwirkung des Subjekts heraus. Durch den Akt, mit dem die Rückenfigur direkt in die Naturszenerie hineinagiert, fällt die Natur gewissermaßen aus dem Bild – sie wird zur Theaterkulisse oder Modellbaulandschaft. (Ausz. EINE BÜHNE DER NATUR)

Arbeit 18 c – Waldrandfichte

Während das Video „Wassersturz“ ein genuin ephemeres Ereignis mittels Loop virtuell wiederholt, zeigt das Video „Waldrandfichte“ den Versuch, ein nicht rückgängig zu machendes Ereignis zum Moment einer realen Wiederholung zu machen. Im Video durchtrennt Jonas Maria Ried mit der Motorsäge den Stamm einer Fichte, die an einem eigens hierfür konstruierten Stahlträger montiert ist, und dreht den 18 Meter hohen Baum um die Achse des Stahlträgers im Kreis, sodass die obere Stammhälfte immer wieder für eine kurze Passage zur Stelle der unteren Hälfte am Boden zurückkehrt.

(Auszug aus EINE BÜHNE DER NATUR von Moritz Stangl)