9. Heike Jobst, München

Vita
1981 geboren
2002 – 2009 Akademie der bildenden Künste München (2002-2009)
2009 Diplom Bildhauerei, Akademie der bildenden Künste München
Stipendien / Auszeichnungen:
2018 Katalogförderung, LfA Förderbank Bayern
2015 Artist in Residence: Stipendium des Bayer. Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Cité Internationale des Arts Paris
2014 Stipendium für Bildende Kunst der Landeshauptstadt München
2013 Artist in Resindence: Europäisches Kunststipendium / Schafhof Freising, Slovenj Gradec, Slowenien
2012 Katalogförderung durch den Kunstverein Speyer, Kulturstiftung Speyer, Zillgitt Kunstförderung
2011 – 2016 Förderprogramm städtisches Atelierhaus Baumstraße München durch das Kulturreferat München
2011 – 2014 Atelierförderung der Landeshauptstadt München
2007 Erasmus Stipendium, Royal Academy of Fine Arts, Kopenhagen, Dänemark
Ausstellungen (Auswahl):
2018 Wiedergänger, Kunstpavillon München (Einzelausstellung)
2018 Beste Aussichten, k&k, Kloster Schlehdorf
2015 Open door, Kunst-am-Bau-Projekt, Wohnquartier Westpark München
2015 Stoffsuche. Textile Positionen in der Kunst der Gegenwart, Kunsthaus Alte Mühle, Schmallenberg
2015 München Zeichnet, Galerie der Künstler, München
2014 Winter, Galerie Barbara Oberem Bremen
2014 12 Spaces, Koroska galerija, Slovenj Gradec, Slowenien
2014 Praktizierte Substanz, Kunstarkaden München (Katalog, 2014)
2013 Screen, Galerie Barbara Oberem, Bremen
2013 My mind keeps wandering, Wehrmühle Biesenthal, Nord Berlin
2012 Jahresgaben, Kunstverein München
2012 Out of Context, Beers.Lambert contemporary, London, UK
2012 Subtitle, Galerie Barbara Oberem, Bremen (Einzelausstellung)
2012 The local contemporary: Folly Gardens, Kunstverein München
2012 Die ersten Jahre der Professionalität 31, Galerie der Künstler, München
2012 Verlorene Form, Kunstverein Speyer, (Einzelausstellung)
2011 Masked Vacancy, Museum Heylshof, Worms (Einzelausstellung)
2010 Die dritte Dimension, Salzamt, Linz/Österreich
2010 Calm, Ambacher Contemporary, München (Einzelausstellung)
2009 No matter how many times you have failed, Lothringer13, München
Website www.heike-jobst.de
Instagram @heikejobst
Arbeit 9a „Shaping Objects“
Material belichtete Offsetdruckplatten, Metall, Textil, Schaumstoff, Blumensteckschaum, Fundstücke
Jahr 2021
Größe 220 x 350 x 320 cm
Anderes sich kontinuierlich verändernde Rauminstallation im Gehilfenhaus
Arbeit 9b „ReCollection“
Material Zeichnungen und Objekte
Graphit, Buntstift und Kugelschreiber auf Papier, geschnitzter Schaumstoff, Metall, Gips, Textil, Holz, Glas, Fundstücke
Jahr 2021
Größe Präsentationstische, je 70 x 115 x 115 cm
Arbeit 9c „Wildwuchs“
Material Tragbare Objekte / Silber 935, teils vergoldet
Jahr 2021
Größe Gesamtpräsentation 70 x 115 x 115 cm

Shaping Objects

Die Installation „Shaping Objects“ nutzt das für die ehemalige Gärtnerei zentrale Material Sonnenlicht, um bildhafte Kompositionen zu erzeugen. Lichtempfindliche Aluminiumplatten aus dem Offsetdruck werden dabei im Sonnenlicht belichtet. Verschiedene gesammelte Fundstücke aus der ehemaligen Gärtnerei wie Seile, Teile von Gerätschaften, Scherben und verschiedenartige Werkzeuge hinterlassen während dem Belichtungsprozess auf den Platten positioniert ein Nachbild ihrer selbst als farbige Schatten. Der Belichtungsprozess der Aluminiumplatten, die als raumgreifende Installation ein Zimmer des Gehilfenhauses bespielen, setzt sich auch während der Ausstellung weiter fort: die Nachbilder der Objekte verblassen allmählich und sind nur mehr als schemenhafte Spuren sichtbar. Die Belichtung der Platten erfolgt dabei kontinuierlich und parallel zur Ausstellungsdauer, wodurch sich die Installation im ständigen Wandel und Wachstum befindet. Gleichzeitig werden unterschiedliche Stadien des Entstehungsprozesses und des Verschwindens dokumentiert.
Die Installation „Shaping Objects“ untersucht Fragen zum Begriff des Objektes, zu Vergänglichkeit, Wachstum und dem Hinterlassen von Spuren.

ReCollection

Verfahren der künstlerischen Spurensicherung, des Sammelns, Bewahrens, Anordnens, Präsentierens und Vermittelns von Objekten sind Ausgangspunkt für die gezeigte Arbeit.
In einer für die Räumlichkeit der Verkaufshalle entwickelten Installation, welche die ehemaligen Verkaufstische der Gärtnerei als Vitrinen und Displays nutzt, werden einzelne Arbeiten, die in Auseinandersetzung mit dem Gärtnereigelände entstanden sind, zu einer übergreifenden ästhetischen Anordnungen arrangiert und verdichten sich zu einem organischen Kosmos, der einen individuellen Motiv-, Farb- und Formkanon entwickelt. Zeichnungen und skulpturale Objekte mit thematischem Bezug zu vegetabilen organischen Formen werden dabei mit Fundstücken aus dem ehemaligen Gärtnereigelände kombiniert und transformiert. Dabei entstehen Abstraktionen zum Begriff des Wachstums, welche den Betrachter mit seinen Erinnerungs- und Projektionswelten miteinbeziehen. Geschaffenes und Gefundenes überlagern sich zu einer Erzählung über Erinnerung, Identität, Originalität und Nachahmung.

Wildwuchs

„Wildwuchs“ als Begriff aus dem Gartenbau zur Bezeichnung für ein vom Menschen nicht beeinflusstes Wachstum von Pflanzen kann in seiner Wortbedeutung als etwas bedrohliches, sogar anarchisches empfunden werden, zeigt aber zugleich die Kraft und Anpassungsfähigkeit der Natur. „Wildwuchs“ bedeutet auch Freiheit, Durchhaltevermögen und Schönheit im Unbeachteten.
Die Multiples „Wildwuchs“ verbinden die Praxis der künstlerischen Spurensicherung mit der Idee des Talismans. Verschiedenartige Wildwuchs-Gewächse, welche die ehemaligen Pflanzbeete und das Gelände der Gärtnerei derzeit bevölkern, wurden gesammelt, abgeformt und in Silber gegossen zu tragbaren Objekten gestaltet, die als Erinnerungsstücke den zwischen dem Alten und dem Neuen liegenden derzeitigen Zustand des Geländes dokumentieren. Innerhalb der Ausstellung werden die Schmuckstücke mit schwarz-weiß Fotografien kombiniert, welche Aufnahmen verschiedener auf dem Gärtnerei-Gelände gefundener Vegetation zeigen.