2. Hermann Bigelmayr, München

Vita
1958 geboren in Jettingen
1973 – 1976 Ausbildung zum Holzbildhauer an der Staatliche Berufsfachschule für Holzbildhauer in Oberammergau
1976 – 1982 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München
1988 Assistent an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Hans Ladner
1997 Leitung eines workshops beim Deutschen Goetheinstitut in Daressalam/Tansania „Sculpture Project Bagamoyo“
2001/2002 und 2010 Lehrbeauftragter an der Fachhochschule München im Fachbereich Architektur
2004 – 2008 Dozent an der Sommerakademie in Neuburg/Donau
2013 – 2015 Kurator an der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer in Oberammergau
seit 2015 Fachlehrer an der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer in Oberammergau
Preise/Stipendien
1982 Debütanten-Preis der Bayerischen Staatsregierung
1982/83 Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Paris
1983/84 Stipendium der Studienstiftung in Florenz
1984 2. Preis bei „Künstler sehen Augsburg“ und
Förderpreis der Stadt München
1988 Förderpreis der Bayerischen Staatsregierung
Website www.hermannbigelmayr.de
Arbeit 2 Rosenblatt 1 bis 6
Material Bronze, bemalt
Jahr 2021
Grösse Länge 11 bis 55 cm

Rosenblatt

Frei-Rauminstallation in den Blumenbeeten der ehemaligen Gärtnerei Demmel in Seeshaupt mit 6 leuchtend rot bemalten Rosenblättern aus Bronze in verschiedenen Größen.

Die Gärtnerei bildet sozusagen den „Ur- und Nährgrund“ für die „KunstPflanze“.
Mit der Kunst wird das Gelände neu zum Blühen gebracht.

Die Skulpturen des Münchner Bildhauers Hermann Bigelmayr treten dem Betrachter in einer Dimension entgegen, die gewohnte Seh- und Erfahrungswerte infrage stellt. Grashalme, Rosenblätter und Weizenkörner sind ihrer ursprünglichen organischen Bestimmung enthoben und negieren in abstrahierter Form sowohl Größenordnungen als auch Gravitationskräfte.

Das Fragile, das Bigelmayrs Skulpturen innewohnt, tritt gerade in dieser Installation in den Vordergrund. Die von beiden Seiten in höchster handwerklicher Qualität ausgearbeiteten Eichen- und Lindenhölzer, abgegossen in Bronze und leuchtend rot bemalt, erscheinen trotz ihrer überdimensionierten Größe zerbrechlich und, wie das Naturvorbild, im Prozess der Vergänglichkeit gefangen.

Die Monumentalisierung irritiert, die Perfektion in der Nachahmung der organischen Qualität lässt staunen und die Position zwischen Mensch und Natur erscheint neu definiert.

Das Rosenblatt, Symbol der Liebe, der Sinnlichkeit und der Verführung, steht durch sein rasches Verwelken gleichzeitig auch für Vergänglichkeit und Tod.

Dr. Sandra Uhrig
Leiterin des Schloßmuseums Murnau